deep purple website  DEEP PURPLE "Brombeeren, Cardamon und Muskatnuss - ein exotischer Mix mit einem erstaunlichen Ingredienz: 

Quercetin
 

 

Denkt man an Bäume, fällt einem nicht gerade als Erstes der Begriff Immunsystem ein: Angesichts der Grösse, Stabilität und Langlebigkeit dieser Lebewesen vergisst man leicht, dass auch sie sich jeden Tag vor Feinden schützen müssen: Pilze, Bakterien, Viren, UV-Licht, all das schadet nicht nur uns Menschen, sondern betrifft auch das Pflanzenreich in gleichem Masse. Wie gut, haben auch Pflanzen ein funktionierendes Immunsystem, das ihnen das Überleben in einer sich ständig ändernden Umwelt ermöglicht. Im Gegensatz zu unserem Organismus mit seiner ständigen Zirkulation von Immunzellen, raschem Auf- und Abbau von Gewebe und Bewegung von Ort zu Ort, sind Pflanzen statisch, dehnen sich langsam aus und verändern die Anordnung ihrer Gewebe nicht. Schutzfaktoren müssen daher in den Zellen selbst vorhanden sein, vor allem in den äusseren, der Umwelt ausgesezten Anteilen. Gerade in der Rinde von Eichen (lat. quercus oder salix) findet sich ein spannender Stoff, der für die Immunabwehr vieler Pflanzen von ganz entscheidender Bedeutung ist: Das Quercetin. Ähnlich der Salicylsäure, hat auch Quercetin Heilkraft für uns Menschen.

Quercetin gehört – wie die meisten sekundären Pflanzenstoffe – zur grossen Gruppe der Polyphenole und hier zu den Flavonoiden, einer Gruppe gelblicher Farbstoffe mit medizinischer Wirkung. Quercetin ist das häufigste Flavonoid und findet sich neben der Färbereiche auch in in Kapern, Zwiebeln, Schnittlauch, Äpfeln und dunklen Beeren. Da es in der Schale von Weintrauben vorkommt, enthält auch Rotwein Quercetin und wenn dieser auch noch in Eichenfässern reifen durfte, ist der Quercetin-Gehalt gleich noch höher.

Erinnern Sie sich an Grossmutters Ermahnung, die Äpfel mit der Schale zu essen? Genau: Quercetin!

Die Wirkung von Quercetin auf Säugetiere ist Gegenstand intensiver Forschung. Quercetin werden weitreichende, physiologisch positive Effekte zugesprochen. Hervorzuheben ist dabei die antikarzinogene Wirkung, welche u. a. auf das antioxidativePotential zurückzuführen ist. Quercetin wirkt ähnlich wie die Vitamine A, C und E als Radikalfänger.

Die einzelnen Vertreter der Flavonoide (Flavone, Flavonole, Anthocyanidine, Flavanone) unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Molekülstruktur und der Anzahl ihrer aktiven Seitengruppen.

Dabei steigt mit der Anzahl der OH-Gruppen die antioxidative Potenz. Quercetin und Rutosid gehören mit den Anthocyanen, Proanthocyanidinen (OPC) und dem Epigallocatechingallat (grüner Tee) zu den stärksten Antioxidantien unter den Polyphenolen. Flavonoide wie das Quercetin können schädliche Schwermetalle durch die Bildung stabiler Metall-Chelat-Komplexe inaktivieren. Der Abbau von LDL-Cholesterin zu entzündungsförderndern Eicosanoide wird durch Flavonoide gehemmt. Flavonoide schützen mehrfach ungesättigte Fettsäuren in den Zellmembranen und sind gleichzeitig natürliche Vitaminverstärker. Sie regenerieren andere Antioxidantien (Vitamin E, Vitamin C, GSH) und verstärken damit deren antioxidative Wirksamkeit ("Redoxrecycling"). Als sogenannte „Bio-Enhancer“ fördern sie die Aufnahme anderer wertvoller Pflanzenstoffe wie Resveratrol aus Weintrauben und das Grüntee-Epigallokatechinat.Untersuchungen zeigten, dass Quercetin erhöhten Harnsäurewerte und der daraus entstehenden Gicht durch die Hemmung des Enzyms Xanthinoxidase entgegenwirken kann.

Quercetin als Anti-Krebs-Wirkstoff

Eine 2016  in der renommierten Zeitschrift „Nature“ veröffentlichte Studie zeigte an Tumorzellen und Mäusen, dass Quercetin nicht nur das Tumorwachstum verlangsamt, sondern in der Lage ist, die Tumorzellen zum freiwilligen Selbstmord (Apoptose) zu bewegen. Diese Eigenschaft ist in der Bekämpfung bösartiger Erkrankungen von ausserodentlich hoher Bedeutung und viele wissenschaftliche Studien beschäftigen sich damit, wie Chemotherapien durch natürliche Pflanzenstoffe effektiver und gleichzeitig schonender für Patienten gestaltet werden können. Polyphenole wie Quercetin werden sicher in der Zukunft eine Rolle in der Krebstherapie spielen.

Quercetin bei Allergien

Das Flavonoid Quercetin reduziert die Ausschüttung von Histamin, einem Schlüsselstoff in der Entstehung allergischer Erkrankungen. Wer unter Heuschnupfen leidet, sollte sein Quercetin im Frühling jedoch lieber aus Kapern oder Zwiebeln beziehen, da Birke und Apfel ein gemeinsames Allergen besitzen.

Quercetin im Überblick:

Antioxidative und endothelprotektive Wirkung

  • Entgiftung freier Radikale: Hydroxyl- und Lipidperoxylradikale (Ox. LDL â)
  • Inhibierung der oxidativen Inaktivierung von Vitamin C und E (= Vitamin-Spareffekt), Erhöhung der intrazellularen GSH-Spiegel (GSH/GSSG-Quotient)
  • Blockade der metallkatalysierten Oxidation durch Bildung stabiler Me-Chelat-Komplexe
  • Reduktion der Radikalgenerierung in Phagozyten und Lebermikrosomen
  • Schutz der Erythrozyten- und Thrombozytenmembran vor oxidativer Schädigung
  • Inhibierung der Sauerstoffradikalbildung durch das Enzym Xanthinoxidase (XO)
  • Reduktion der Katecholamin-Autoxidation (Hemmung der Catechol-O-Methyltransferase)

Schutz vor Gewebeschädigungen durch Hemmung der Hyaluronidase

  • Reduktion der Kapillarpermeabilität, Erhöhung der Kapillarresistenz (Gefäßabdichtung)
  • Ödemhemmend, membranstabilisierend

Reduktion der Histaminfreisetzung aus Mastzellen und basophilen Granulozyten

  • Reduktion der histamininduzierten Kapillarpermeabilität, antiallergische Wirkung

Schutz vor Thrombosen

  • Hemmung der Thrombozytenaggregation, zytostatische Wirkung

Schutz vor Entzündungen durch Inhibierung von Cyclooxygenasen und Lipoxygenasen (Prostaglandinsynthese)

  • Antiinflammatorische, entzündungshemmende Wirkung (Leukotriene)

Sonstige Eigenschaften

  • Antitumorale und immunmodulierende (Anstieg der Makrophagenaktivitat) Wirkung
  • Blockade der Aldose-Reduktase
  • Antihepatotoxische, antimikrobielle und virostatische Aktivität
  • Aquaretische und blutdrucksenkende Wirkung

 

Unser Rezept: "DEEP PURPLE"

 

250g Brombeeren 

10 Kardamon-Schoten Etwas geriebene Muskatnuss

Sojamilch

 

Quellen:
 

 

Quercetin, a Natural Flavonoid Interacts with DNA, Arrests Cell Cycle and Causes Tumor Regression by Activating Mitochondrial Pathway of Apoptosis

Oncol Lett. 2018 Apr;15(4):4657-4661. doi: 10.3892/ol.2018.7893. Epub 2018 Jan 29.

Effect of quercetin glucosides from Allium extracts on HepG2, PC-3 and HT-29 cancer cell lines.

Pan Y1Zheng YM2Ho WS1.