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PERFECT MISMATCH
 
Gewagt: Rotkohl und Mandarine.....
 

ROTKOHL (BLAUKRAUT)

 

Anthocyanidin

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum in der Schweiz im Herbst Rotkohl serviert wird, während in Bayern Blaukraut auf den Tisch kommt?

Wir sprechen natürlich vom gleichen Kohl, doch die Unterschiede im Säuregehalt der Erde, in der er wächst, sind für sein Farbspektrum von dunkelrot bis violett verantwortlich. Weil im Mittelalter noch kein Wort für violett existierte, bezeichnete man die dunkle Kohlvariante einfach als blau.

Für die satten Farben Farben sind eine Gruppe spezieller Inahltsstoffe – die Anthocyanidine – verantwortlich, die zu den Polyphenolen gehören und als sekundäre Pflanzenstoffe wichtige Schutzfunktionen in den Zellen erfüllen.

Anthocyanidine (man unterscheidet die eher rötlichen Cyanidine und die bläulichen Delphinidine) kommen in zahlreichen Pflanzen vor. Rotkohl ist besonders reich an Cyanidin C3G, das in den vergangenen Jahren für einige wissenschaftlich spannende Erkenntnisse sorgte.

Wichtig gerade für junge Pflanzen ist der Schutz vor UV-Licht und hier kommen die Anthocyanidine ganz zentral zum Einsatz. Durch ihre Molekülstruktur fangen sie UV-Strahlen ab und wandeln sie in sichtbares blaues Licht um – so kommen Blaukraut, aber auch Usambara-Veilchen oder Blaubeeren zu ihren sensationellen Farben.

Erstaunlich ist aber auch ihre Fähigkeit, Freie Radikale (die Ursache von oxidativem Stress) abzufangen und unschädlich zu machen. So entstehen in den Zellen deutlich weniger entzündliche Prozesse, sie bleiben länger aktiv und vital.

Anthocyanidine können Moleküle aktivieren, die in jeder Körperzelle die Umwandlung von Nährstoffen in Energie steuern. Sie spielen bei Entzündungen, Tumorerkrankungen und Übergewicht eine zentrale Rolle.

Spannend für uns Menschen ist nicht nur dieser direkte Schutzeffekt gegen freie Radikale, sondern auch eine mögliche präventive Wirkung der Anthocyanidine gegen Tumorerkrankungen, wie sie in vielen Labor-Studien gezeigt werden konnten.

So fand man, dass C3G (wie es zum Beispiel in Rotkohl vorkommt) Melanomzellen wieder ein Stück in Richtung Normalität bringen kann, Melanome würden dann weniger rasch metastasieren und wären eher therapierbar.

Zusätzlich gelingt es Anthocyanidinen aber auch, Tumorzellen zur Apoptose zu bewegen, einem Prozess, in dem die veränderte Zelle zum Schutz des Organismus freiwillig abstirbt.  

Studien an Menschen und Tieren haben ergeben, dass C3G einen direkten Einfluss auf die Genexpression hat. Das bedeutet, dass C3G jene Gene aktiviert, die dem jeweiligen Körper mehr Schutz bieten und gleichzeitig solche Gene blockiert, die Schaden anrichten können.

Weil Anthocyanidine Moleküle aktivieren können, die die Umwandlung von Nährstoffen in Energie steuern (cAMP), wird derzeit erforscht, ob Extrakte aus Rotkraut oder Maulbeeren gegen das metabolische Syndrom wirksam sein könnten. 

Die gesunden Pflanzenfarbstoffe sind nur ein Teil der wertvollen Substanzen, die im Rotkohl stecken: Mit 200 Gramm Blaukraut decken Sie bereits Ihren kompletten Tagesbedarf an Vitamin C!

Weiteren gesunden Inhaltsstoffe der roten Vitaminbombe:

  • Vitamin A
    • B-Vitamine
    • Vitamin D
    • Vitamin K
    • Eisen
    • Kalzium
    • Kalium
    • Magnesium
    • Selen
    • Aminosäuren wie Arginin
    • Senföle

Und das bei nur 27 Kilokalorien auf 100 Gramm!

Kohl also nicht nur als Deko-Beilage zur Weihnachtsgans ansehen, sondern als echtes Superfood für Ihre Gesundheit.

 

 
Unser Rezept (4 Portionen)
"Perfect Mismatch"
 
500g Rotkohl 
6 Mandarinen
2 Bananen
2 Esslöffel Chia-Samen 
400ml Mandelmilch oder Wasser
 
Rotkohl grob schneiden und mixen, Mandarinen-Stücke und Bananen dazugeben.
Die Chia-Samen etwas quellen lassen, dann erst Wasser oder Mandelmilch zugeben und mixen. 
Bei Bedarf mehr Mandelmilch für eine cremig Konsistenz zufügen !
 

 Wissenschaftliche Beiträge zu Rotkohl als Superfood

Liu W et al., "Cytosolic protection against ultraviolet induced DNA damage by blueberry anthocyanins and anthocyanidins in hepatocarcinoma HepG2 cells." Biotechnol Lett. 2013 Apr;35(4):491-8

Thoppil RJ et al., "Black currant anthocyanins abrogate oxidative stress through Nrf2- mediated antioxidant mechanisms in a rat model of hepatocellular carcinoma." Curr Cancer Drug Targets. 2012 Nov 1;12(9):1244-57

Miko Enomoto T et al., "Combination glutathione and anthocyanins as an alternative for skin care during external-beam radiation." Am J Surg. 2005 May;189(5):627-30; discussion 630-1

Oxid Med Cell Longev. 2017;2017:2740364. doi: 10.1155/2017/2740364. Epub 2017 Jul 13.

Antiobesity Effects of Anthocyanins in Preclinical and Clinical Studies.

Azzini E1Giacometti J2Russo GL3.

Zhao C et al., "Effects of commercial anthocyanin-rich extracts on colonic cancer and nontumorigenic colonic cell growth." J Agric Food Chem. 2004 Oct 6;52(20):6122-8

Am J Clin Nutr. 2013 May;97(5):995-1003. doi: 10.3945/ajcn.112.049247.

Human metabolism and elimination of the anthocyanin, cyanidin-3-glucoside: a (13)C-tracer study.

Czank C1Cassidy AZhang QMorrison DJPreston TKroon PABotting NPKay CD.

Differentiation of human melanoma cells induced by cyanidin-3-O-β-glucopyranoside Annalucia Serafino,* Paola Sinibaldi Vallebona,† Giuseppe Lazzarino,‡ Barbara Tavazzi,§ Guido Rasi,* Pasquale Pierimarchi,* Federica Andreola,* Gabriella Moroni,† Giacomo Galvano,║ Fabio Galvano,¶ and Enrico Garaci †

AMP-activated protein kinase (AMPK) is a central regulator of energy homeostasis, which coordinates metabolic pathways and thus balances nutrient supply with energy demand. Because of the favorable physiological outcomes of AMPK activation on metabolism, AMPK has been considered to be