YOGA ALS GENTHERAPIE

yoga gene 

Yoga - eine Gentherapie?

Wie Meditation und Yoga unsere DNA steuern

Wer bislang Yoga und Meditation als esoterische Massnahmen überstresster Zeitgenossen belächelte und sein Gesundheitskapital in stahlharten Trainingseinheiten auf Laufband und Maschinen mass, sollte jetzt kurz zuschalten: Alte Mediationstechniken fühlen sich nämlich nicht nur gut an, sie können zu Gesundheit und einem langen Leben beieffektiv dazu beitragen, Gesundheit und ein langes Leben zu erreichen.  

Wer Stress reduziert, lebt länger

Es ist ja nicht so, dass wir es nicht wüssten: Wer ständig unter Druck steht, wird verbraucht und eher krank - der Slang-Begriff vom "alt aussehen" ist hier wörtlich zu nehmen. Aber wer kann schon Stress ganz vermeiden? Beruf, Partner, Familie, Finanzen...die Liste ist beliebig verlängerbar. Wmso wichtiger sind daher Massnahmen, die diese negativen Effekte umkehren und für ein gesundes Gleichgewicht sorgen.

Spannend ist nun eine brandaktuelle Studie vom Juni 2017, die sich wissenschaftlich mit den Auswirkungen meditativer Techniken auf unser Genmuster beschäftigt - von Esoterik also keine Spur! 

Unter dem Begriff "Mind-body interventions (MBIs)" oder "Mind-Body-Medizin" verbirgt sich ein zunehmend aktives Feld der Medizin, das sich mit den den Einflüssen des Geistes auf körperliche Prozesse auseinandersetzt. Zum Glück, denn bereits jetzt zeigt sich, dass die Energie einer guten Geisteshaltung durchaus messbare positive Auswirkungen auf unseren Körper hat. Dass Meditation, Yoga und  Tai Chi uns nicht nur einfach entspannen, sondern molekulare Reaktionen in unserer DNA umkehren können, die uns krank und depressiv machen, ist aber trotzdem eine kleine Sensation.

Stress löst Entzündungsreaktionen aus

Die Studie der Universitäten Coventry und Radboud, die in der Fachzeitschrift Frontiers in Immunology publiziert wurde, analysiert, Studien aus über 10 Jahren, die das Verhalten unserer Gene unter dem Einfluss verschiedener MBI einschliesslich Achtsamkeitstraining und Yoga untersuchten. Insgesamt 846 Patienten aus 18 verschiedenen Untersuchungen zeigen dabei ein klares Muster: Menschen, die meditative Techniken praktizieren, erfahren messbare Veränderungen auf molekularer Ebene. Und  diese Veränderungen sind durchweg positiv, sowohl für die geistige, als auch körperliche Gesundheit. 

Die Forschungsgruppe fokussierte dabei auf Unterschiede in der Genexpression, also darauf, welche Teile unserer gesamten Erbsubstanz aktiv "angeschaltet" sind und Signale an Körper, Geist und Immunsystem abgeben. 

Werden wir Menschen einer Stress-Situation ausgesetzt, schaltet unser Nervensystem auf Autopilot und startet in das "Fight or Flight" Programm (Angriff oder Flucht), unser Verstand wird hier nicht mehr um Rat gefragt! In diesem Notprogramm wird ein Molekül namens nuclear factor kappa B (NF-kB) produziert, das darüber entscheidet, welche unserer Gene aktiv sind oder ruhig gestellt werden. Die Übersetzung von Stress heisst für NF-kB: Achtung Cytokine (Entzündungssignale) produzieren und Entzündungsreaktionen starten.

Dieses Vorgehen mag in der Steinzeit durchaus Sinn gemacht haben: "Ooops, grosser Bär vor mir, nichts wie weg". Im Dauerdruck eines Bürojobs mit nervigen Kollegen und einem fordernden Chef führt diese Reaktion aber nur zu vorzeitiger Alterung, Krebs und Depression.  

"These activities are leaving what we call a molecular signature in our cells, which reverses the effect that stress or anxiety would have on the body by changing how our genes are expressed. Put simply, MBIs cause the brain to steer our DNA processes along a path which improves our wellbeing." Ivana Buric, Wissenschaftlerin

Wer meditiert, Yoga oder eine andere MBI ausübt, produziert unter gleichen Bedingungen aber deutlich weniger NF-kB und Entzündungssignale, stabilisiert damit seine Gen-Expression auf "entspannt" und bewahrt seine Zellen vor den Folgen einer chronischen Fluchtreaktion, Auch die Telomere, die Schutzkappen an den Enden unserer Chromosome und wichtigste Schutzelemente für Langlebigkeit, sind bei meditierenden Menschen deutlich länger.

Forschungsleiterin Ivana Buric des Brain, Belief and Behaviour Lab im Coventry University's Centre for Psychology, Behaviour and Achievement sagt:"Bereits heute geniessen Millionen von Menschen die gesundheitlichen Benefits von Mind-Body Interventions, ohne sich bewusst zu sein, dass sie schon auf Zellebene diese Vorteile geniessen. 

Quellen:

https://www.sciencedaily.com/releases/2017/06/170615213301.htm

Ivana Buric, Miguel Farias, Jonathan Jong, Christopher Mee, Inti A. Brazil. What Is the Molecular Signature of Mind–Body Interventions? A Systematic Review of Gene Expression Changes Induced by Meditation and Related PracticesFrontiers in Immunology, 2017; 8 DOI: 10.3389/fimmu.2017.00670

Marta Alda, Marta Puebla-Guedea, Baltasar Rodero, Marcelo Demarzo, Jesus Montero-Marin, Miquel Roca, and  Javier Garcia-Campayo Zen meditation, Length of Telomeres, and the Role of Experiential Avoidance and Compassion Mindfulness (N Y). 2016; 7: 651–659.Published online 2016 Feb 22. doi:  10.1007/s12671-016-0500-5

 
 
 
 
 
 
 
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