OKINAWA

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Okinawa: Die "Insel der Glückseligen":  

Okinawa, eine Inselgruppe im Süden Japans, wurde durch eine wissenschaftliche Studie der Universität von Ryukyu (Japan) weltbekannt, die seit 1976 durchgeführt wird und seither fast 1000 Hunderjährige untersucht hat. Nirgends auf der Erde leben so viele Hundertjährige wie auf den kleinen Inseln mit tropischem Klima und die brennende Frage der Wissenschaftler ist natürlich, warum.

Die Ernährung erklärt nicht alle Fragen

Die Bewohner von Okinawa ernähren sich gesund - soviel ist klar! Einer der größten Unterschiede zu unserer westlichen Küche ist der weitgehende Verzicht auf Salz. Stattdessen würzt man auf der Inselgruppe häufig mit Chilis, Kräutern, getrockneten Pilzen, Kurkuma, Pfeffer oder Sojasoße.

Die traditionelle japanische Sojasoße enthält zwar auch Salz – einer Studie zufolge spart man beim Kochen mit Sojasoße aber rund 50 Prozent ein. So erklärt sich unter anderem auch die geringe Rate an Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Okinawa.  Da immer mit frischen und unbearbeiteten Lebensmitteln gekocht wird, enthalten die Speisen der Okinawer keinerlei Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel oder Aromen.

Wesentlich für das lange Leben der Insulaner scheint die geringe tägliche Kalorienaufnahme zu sein: „Hara hachibu“, gehört zu Lebenskultur, "immer ein bisschen Platz im Magen lassen" - frei übersetzt. Dazu vor jeder Mahlzeit eine Miso-Suppe, ein kalorienarmes Gericht aus Sojabohnenpaste und Gemüse, das den ersten Heisshunger nimmt und Ghrelin (das Heisshunger-Hormon) schon einmal deutlich senkt. Heute weiss man, dass eine kalorienreduzierte Lebensweise die beste Grundlage für ein langes Leben darstellt, da Gene aktiviert werden, die den Körper in "mageren Zeiten" am Laufen halten. Statt schnell verfügbarer Kohlenhydrate lieber auf Hafer und Süsskartoffel umsteigen, beim Eiweiss statt Milchprodukte und Fleisch lieber Hülsenfrüchte oder Soja, wie in Japan üblich, bevorzugen. 

Gesund balancierte Hormone halten jung und fit

Und dennoch: Für ein langes Leben braucht es ganz offenbar noch mehr.

Die traditionelle Lebensweise auf Okinawa scheint der Anti-Aging Geheimplan zu sein: Man arbeitet ein Leben lang, möchte unabhängig bleiben – und das hält fit.

Das Wort "Rente" ist auf Okinawa unbekannt! Oft arbeiten 90jährige noch täglich auf den Reisfeldern, in Haus und Garten. Dazu kommt, dass die Japaner Besorgungen meist zu Fuß erledigen und bis ins hohe Alter an Tai-Chi-Übungen und den traditionellen Tänzen der Inselbewohner teilnehmen.

Durch regelmäßige Bewegung schütten die Nebennieren vermehrt das Hormon DHEA (Dehydro - epiandrosteron) aus, das beim Schlankwerden hilft und jung hält. Bluttests zeigen: Okinawer über 50 haben DHEAWerte, wie sie eigentlich für Jugendliche typisch sind! Die regelmässige Bewegung reduziert zusätzlich das Stresshormon Cortisol, die engen sozialen Kontakte in der Familie, aber auch mit Nachbarn und Dorfbewohnern erhöhen die Ausschüttung von Oxytocin, unserem "Wohlfühlhormon". Mit diesem perfekten Anti-Aging Hormon-Mix wird man ganz offenbar älter als in unserer stressgeplagten Gesellschaft. 

Die Entschlüsselung von Anti-Aging Genen

Okinawa ist seit Jahrhunderten und bis in die heutige Zeit ein isoliertes Inselreich. Die Okinawer haben grosse Familien, die höchste Geburtenrate Japns, heiraten traditionellerweise innerhalb des Dorfes und leben mit Familie und Verwandten oft eng zusammen(Lebra 1986; Kerr 2000). Diese gesellschaftlichen Besonderheiten haben natürlich Einfluss auf die Stabilität der Erbanlagen, Gen-Varianten, die Gesundheit und Langlebigkeit garantieren, mögen sich angehäuft haben (Tanaka et al. 2004). Ein spannender Faktor ist beispielsweise APOE, ein wichtiges Regulationsenzym, das wiederholt und zuverlässig mit einer längeren Lebensspanne in verschiedensten Populationen verbunden ist. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Altersforschung in den nächsten Jahren!

Unsere Tipps für ein langes, gesundes und fittes Leben: 

- schlank bleiben, gerne ein bisschen hungrig vom Tisch aufstehen. Das intermittierende Fasten verfolgt das gleiche Ziel, probieren Sie es einmal aus. 

- täglich arbeiten, sich täglich bewegen. Alles zu Fuss erledigen, was möglich ist. Treppen steigen, Velo fahren, Tanzen gehen. Bewegung ist etwas Schönes, wer sich einmal daran gewöhnt, kennt das gute Gefühl dabei.

- Sozial bleiben: Ob in der Familie, mit Freunden oder Nachbarn - echte Kontakte halten jung und fit.

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3259160/

http://www.fuersie.de/beauty/anti-aging/artikel/okinawa-und-das-anti-aging-geheimnis

http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/antiaging/lifestyle/ernaehrung/okinawa-phaenomen_aid_27926.html

 

 
 
 
 
 
 
 
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